Nach einem für bundesweite SPD-Verhältnisse überstarken Abschneiden bei der Remscheider Stadtratswahl am 14. und 28. September letzten Jahres, steht nun der lokale Unterbezirk der Sozialdemokraten vor einem gewaltigen Scherbenhaufen. Am 18. April stellte sich der Remscheider Vorsitzende Jörg-Dieter Krause einer Wiederwahl, die er mit 34 Ja- zu 39 Nein-Stimmen krachend verlor. Es gab keinen Gegenkandidaten zu Krause.
Mittweile zog Krause sich vollständig vom Vorsitz des SPD-Unterbezirks Remscheid zurück. Er hätte geschäftsführend im Amt bleiben können, bis ein neuer Lokalchef für die Sozialdemokraten gefunden ist, doch eine derartige Lösung lehnte er ab. Den kommissarischen SPD-Vorsitz in der „Seestadt auf dem Berge“ übernahm das Duo Gerhilt Dietrich und Ralf Gassen. Die Lüttringhauser Bezirksbürgermeisterin Dietrich kann sich vorstellen, die lokalen Sozialdemokraten auch in Zukunft mit Beauftragung durch die Parteibasis zu führen. Hingegen gab Gassen zu verstehen, er hege keinerlei Absicht, das Amt über die jetzige Interimsphase hinaus zu bekleiden.
„Bei der hiesigen SPD meinte man im vergangenen Jahr offenbar, man müsse lauter Juso-Politküken in den Stadtrat spülen“, so der PRO-Remscheid-Ratsgruppensprecher Andre Hüsgen.
Durch Künstliche Intelligenz generiertes Bild.
Trotz überstarken Abschneidens bei der Kommunalwahl im September 2025 gibt die SPD Remscheid das Bild eines Trümmerhaufens ab.
„In der sozialdemokratischen Ratsfraktion sind genügend Jünglinge vorhanden, um sofort eine Boyband des schlechten Geschmacks aus dem Boden zu stampfen. Da die Sozen vor Ort meinten, sie müssten mit dem System Brechstange agieren, bekam nun ihr parteiintern oberster Unsympath Jörg-Dieter Krause die Quittung verpasst.
Durchaus bin ich persönlich dafür, besonders verdiente Heranwachsende und sehr junge Erwachsene auch mit Mandaten der höheren kommunalpolitischen Ebene versehen, doch sobald dies inflationär wird, deutet es darauf hin, dass ganz wesentliche Defizite übertüncht werden sollen. Nicht ohne Grund vermittelt die SPD heutzutage das Bild einer Rentnerpartei ohne Zukunftsperspektive. Da helfen auch nicht übermäßig viele Mandatsträger weiter, die maximal ihr Abitur frisch in der Tasche haben, aber nicht einmal einen Tag ihres jungen Lebens Vollzeit in der freien Wirtschaft für ihren eigenen Unterhalt arbeiten mussten.“

